C h r o n i k

Im Jahre 1908 trafen sich eine Anzahl Männer im Gasthaus Neuwirt, Bruckmühl, zur Gründung eines Trachtenvereins. Eine Einigung war schnell vollzogen und der G.T.E.V Eichenlaub I wurde am 13. Dezember 1908 aus der Taufe gehoben.

Der Vereinsgruß lautete:
„Lustig san ma“.
"Lustig bleim ma"


Bild aus der Gründer Zeit


Bild vom Gaufest 1913 in Rosenheim

Der Mitgliederstand war damals 28. Die Vorstandschaft konnte durch ihre Aktivität schnell neue Mitglieder anwerben, so daß bereits 1913 der Verein beim Gaufest in Rosenheim den Meistpreis erringen konnte.

 

Weitere schöne Erfolge (1912 Gaufest in Bruckmühl) zeugten von der Rührigkeit des Vereins, bis dann  der Krieg 1914 / 18 ausbrach. Es wurde ruhig im Verein und zwischen 1910 und 1919 wechselten sich die  Vorstände Brandl, Matschina, Schmid, Unterleitner und Stampfl in der Führung des Vereins ab.

   

Sepp Unterleitner führte als Vorstand den Verein ab 1919 zu neuen Höhepunkten, außerdem war er von 1912 bis 1921 1. Gauschriftführer des Bayrischen  Inngauverbandes. Im Jahre 1921 wurde das Vereinslokal gewechselt und der Verein gab sich den Namen G. T. E. V. „D´Wendlstoana“.

Sepp Unterleitner, Bartl Gilch, und Ehrenvorstand Brandl leisteten die Vorarbeiten und so konnte im Juli 1924 die neue Vereinsfahne geweiht werden. 

Im neuen Vereinslokal Brückenwirt waren nun die räumlichen Möglichkeiten zur Gründung einer Theatergruppe gegeben. Spielleiter wurde Hans Unterleitner, der bis zu seinem Tod 1945 schöne Erfolge mit der Theatergruppe erzielen konnte.

1934 konnte der rührige Verein zum 2. Mal das Gaufest des Bayerischen Inngauverbandes durchführen. 1938 bis 1946 war es ruhig um die Wendlstoana geworden. Der 2. Weltkrieg ging nicht spurlos an  denTrachtlen vorbei und viele Trachtler mußten ihr Leben lassen oder blieben verschollen. Im Jahre 1946 versammelte Ludwig Häusler die noch verbliebenen Mitglieder, so daß am 26.01.1946 die erste Versammlung nach dem Krieg stattfinden konnte.

Einen neuen Aufschwung erlebte der Verein von 1946 bis 1952 unter den Vorständen Ludwig Häusler, Hans Weiß, Alois Grübl und Sepp Fischer. Besonders die Jugend fühlte sich zum Brauchtum hingezogen und der Verein konnte drei Plattlergruppen mit je acht Paaren aufweisen. Außerdem wurde eine Vereinsmusik gegründet, in der Georg Griebl, Peter Haugeneder und Hans Wagner lustig aufspielten. Der Bruckmühler Dirndlzwoagsang mit Anna Jennerwein und Anna Geissinger begeisterte mit schönen Stimmen. Es war eine Freude dabei zu sein.

In den Jahren von 1953 bis 1961 ließ das Interesse, besonders der Jugend, am Verein stark nach, so daß die Mitgliederzahl von 50 auf sieben sank und Georg Griebl war es zu verdanken, daß sich der Verein nicht auflöste.

1967 konnte Georg Griebl fünf junge Dirndl und Buam für den Verein gewinnen. Jetzt mußte noch jemand gefunden werden, der die Plattler kannte. Auch ein Ziachspieler mußte her. Sepp Hoffmann konnte als Vereinsmusiker und Sepp Keller als 1. Vorplattler gewonnen werden. Es ging nun stetig aufwärts und 1969 konnte Vorstand Griebl als 1. Vorplattler Edmund Neumaier gewinnen. Edmund Neumaier konnte aus seiner Jugendzeit aktive Plattler zurückholen, so daß sich schnell eine ansehnliche Zahl von aktiven Plattlern bildete.

Zur Pflege der Volksmusik wurde die Stubenmusi Bruckmühl - mit Hans Englhauser, Erich Staad und Edmund Neumaier - gegründet. Man merkte, daß wieder Leben im Verein war. 1974 wurde die Muistoa - Musi ins Leben gerufen, für die lange Jahre Georg Weitzbauer verantwortlich zeichnete und dessen Aufgabe nun von seinem Sohn Wilfried übernommen wurde. Die Familie Weitzbauer hat sich große Verdienste in der Volksmusik erworben und ist bis heute weit über unsere Grenzen hinaus bekannt.

Mit viel Schwung wurden alle Aufgabe im Verein bewältigt und eine intensive Jugendbetreuung und -förderung brachte bald den gewünschten Erfolg. Wenn auch die Finanzen nicht gut waren, so hatte die Vorstandschaft doch große Zuversicht und man wagte den Kauf einer neuen Fahne. Am 30. 06. / 01.07. 1973 konnte der Verein sein 65 jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe feiern. Das Fest war ein Auftrieb für den Verein und viele neue Mitglieder konnten gewonnen werden.

Im Einvernehmen mit der Marktgemeinde Bruckmühl wurde für den Verein im neuen Feuerwehrhaus ein eigener Vereinsraum sowie ein Mehrzweckraum für die Plattlerproben geschaffen. Bis zum heutigen Tage haben  „D´Wendlstoana“ alle Festlichkeiten des Bayerischen Inngauverbandes, der Nachbarvereine sowie die örtlichen Festlichkeiten gerne besucht. Dazu gehört auch die Teilnahme an den kirchlichen Festen.

   

Im Jahre 1978 übernahm der Verein die Patenschaft beim Nachbarverein „D´Mangfalltaler“ Heufeld.

   

Als ein besonderer Höhepunkt im Vereinsleben wurde 1984 das 75 jährige Gründungsfest, der verbunden mit dem Gaufest, gefeiert. Dank der Unterstützung der Mitglieder, der Marktgemeinde und gesamten Bevölkerung sowie des Gauverbandes konnte ein schönes Fest begangen werden.

Nach 20 jähriger Tätigkeit legte 1990 Edmund Neumaier den Vorstandsposten nieder und Fritz Gerbl wurde zum 1. Vorstand gewählt. Ihm folgte 1992 Fred Pakulat, der den Posten bis 1998 innehatte. Unter ihm wurde 1993 eine Vereinssatzung erstellt,  die die Grundlage zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit war. Auch wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen.

Seit Jahren bemühte sich der Verein um den Aufbau einer eigenen Blaskapelle. Dieses Vorhaben gelang Edmund Neumaier - mit Unterstützung der Marktgemeinde - und im Juli 1991 gab sich die junge Kapelle den Namen „Blaskapelle Bruckmühl“.

Im September 1993 beging der Trachtenverein im kleinen Rahmen sein 85 jähriges Gründungsfest und die „Stubnmusi Bruckmühl“ konnte ihr 25 jähriges Bestehen feiern.

In den Jahren 93 bzw. 94 wurden die langjährigen und besonders engagierten Mitglieder Felix Lanzl, Josef Obermeier sen., Georg Weitzbauer sen. und Sebastian Ott sen. zu Ehrenmitgliedern ernannt. (Bei Kreszentia Huber und Fanny Heimlinger war dies 1983 bereits geschehen).


Schorsch Weitzbauer und Josef Obermeier

Der langjährige ehemalige 1. Vorstand Edmund Neumaier wurde wegen seiner Verdienste für die Vereinssache 1995 zum Ehrenvorstand ernannt und erhielt gleichzeitig vom damaligen 1. Gauvorstand Hans Weigl, den Ehrenteller des Inngauverbandes, der für besondere Verdienste vom Gauverband bisher nur dreimal verliehen wurde.

Im Jahr 1996 erfolgte die Trennung der Blaskapelle vom Trachtenverein und die Eigenständigkeit der Selben.

Im Juli 1998 wurde das 90. jährige Gründungsjubiläum gefeiert. Die alte, erste  Vereinsfahne, die in diesem Jahr restauriert wurde, wurde beim Festgottesdienst nochmals geweiht. Bei den Neuwahlen im Herbst 1998 „drängte“ die nächste Generation von langjährigen Vereinsmitgliedern in die Vorstandschaft. Edmund Neumaier jun. wurde zum 1. Vorstand, Sebastian Ott jun. zum 2. Vorstand gewählt. Der Großteil der Vorstandschaft besteht nun aus Ehemaligen der Aktiven Plattlergruppe. Das 95 jährige Gründungsfest 2003 wurde im Hinblick auf das 2008 geplante 100-jährige im kleinem Rahmen mit Patenvereinen, Ortsvereinen und Freunden gefeiert.

Das der Kurs der derzeitigen Vorstandschaft richtig liegt, zeigte die übereinstimmende Bestätigung der jungen Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bei den Wahlen im Oktober 2006 durch die Versammlung. Der Verein zählt heute 304 Mitglieder.

Ein besonderes Anliegen des Vereins ist es, die Kinder und Jugendlichen für das Brauchtum und die Trachtensache zu begeistern. Nicht nur Plattlerproben, sondern auch lustige Veranstaltungen, Ausflüge, Bastelabende, sowie Bergwanderungen usw. gehören dazu. Neben den Aktiven, findet die Kinder und Jugendgruppe (deren Eltern seinerzeit schon der Kindergruppe angehörten) immer wieder Anerkennung durch Auftritte in der Gemeinde, im sozialen Bereich und im Verein.

Dank gebührt allen bisherigen Vorständen, Ausschußmitgliedern und Mitgliedern für ihren Einsatz und die Treue zum Verein. Möge der Trachtenverein „D`Wendlstoana“ von Gottes Segen behütet sein, und seinen Mitgliedern die Freude am Brauchtum erhalten bleiben; denn „Sitt´ und Tracht der Alten, wollen wir erhalten“.

Unser Wunsch für die Zukunft wäre, daß sich noch viele neue Mitglieder im Verein einfinden, die den guten alten Brauch im Mangfalltal aufrechterhalten und weiterführen wollen - und vielleicht ist es keine Utopie sich zu wünschen, daß wir zum 100-jährigen Jubiläum in einer stetig wachsenden Gemeinde die Mitgliederzahl von 400 überschreiten können.